Online-Journalismus

Online-Journalismus. Was man wissen und können muss. Klartext-Verlag, Essen. Das neue Lese- und Lernbuch. Bibliothek des Journalismus, Band 5.

Rainer Böttchers, The Writer’s Pit:

„Man könnte ja meinen, gerade als „digital native“, man wüsste schon alles. Lässt man etwas mehr Selbstkritik zu, kann man nie genug lernen. Deshalb kam das Buch Online-Journalismus – Was man wissen und können muss von Henning Noske in meinen Bestand. Etwas stutzig machte mich zuerst der Untertitel des Buches: Das neue Lese- und Lernbuch. Erst im Nachhinein habe ich verstanden, was gemeint war. Dieser Hinweis macht das Buch zum einen interessant und zum anderen wieder etwas sperrig und nicht immer einfach zu lesen. Und doch halte ich das Buch für hilfreich und gut.

Henning Noske ist ein ganz alter Hase, Jahrgang 1959 und Leiter der Stadtredaktion der Braunschweiger Zeitung. Damit kommt er erwartungsgemäß aus der alten Welt des Print-Journalismus. In diesem Buch beschreibt er seinen Weg aus dem klassische Print- in den Online-Journalismus, wie er begonnen hat, wo er heute gelandet ist und welche Erfahrungen er auf dem Weg mitgenommen hat. Deshalb ist das Buch ein Lesebuch, er nimmt den Leser mit auf seine Reise von der Schreibmaschine zum iPhone. Lernbuch ist es dann, wenn er Techniken und Themen im Online-Journalismus beschreibt. Damit pendelt Noske zwischen den Polen Autobiografie und Fachbuch. Das hat einmal etwas Erfrischendes, landet dann leider gelegentlich etwas zu sehr in der Klassik. Noske hält die Prinzipien des klassischen Journalismus sehr hoch, und das ist gut so, er will den Qualitäts-Journalismus in der Online-Welt sehen. Aber, ob eine kommentierte Listung des Pressekodex wirklich hilfreich ist, muss man für sich selbst entscheiden. Dafür ist eine Übersicht der Fachbegriffe und Produkte in der Online-Welt schon ein gelegentliches Aha wert.

Damit hängt das Buch ein wenig zwischen den Welten. Es ist kein wirkliches Sachbuch, eher ein Ratgeber und Tippgeber, wie man seinen Weg in den Online-Journalismus nehmen kann, was die Voraussetzungen sind und worauf man achten sollte oder muss. In dem Sinne ist es lesenswert. Wer allerdings ein knappes und kompaktes Lehrbuch für den Online-Journalismus erwartet, wird enttäuscht sein. Ich bereue die Lektüre des Buches nicht, es hat doch den Wert, dass es dem angehenden Online-Journalisten die kritischen Punkte und Pfade vor Augen führt. Oder dem schon gesetzten Online-Menschen noch den einen oder anderen Wecker stellt.“

Inhalt:

Vorwort

Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung.

Editorial

Paul-Josef Raue, Chefredakteur Thüringer Allgemeine Zeitung

1 Einleitung

Von welchem Journalismus sprechen wir?

Online ist immer und überall

2 „Ding Dong the print is dead“

Print-Journalismus versus Online-Journalismus – eine Bestandsaufnahme

Im Labor – Der neue Journalismus entsteht gerade

Was die Hypertext-Revolution wirklich bedeutet

3 „Everything old is new again“

Die Metamorphosen des Journalismus

Auf diesen Feldern sind Online-Journalisten unterwegs

Die Zeitenwende – Turing versus Gutenberg

Erzählung (1): Mein Weg aus der Museumsredaktion in den Newsroom und ins soziale Netzwerk

4 „Quick and dirty“

Hypotheken des Online-Journalismus

Entscheidender Grundsatz: Online first

Second hour statt Nachdrehen am nächsten Tag

5 „To tease or not to be“

Journalismus mit Hypertext

Der Teaser

Schreiben online – Meine Teaserwerkstatt

Die Schlagwörter und Schlüsselbegriffe

Der Cliffhanger

Sind Journalisten eigentlich Verkäufer?

Das Clickbaiting

Das wichtigste Rezept: Komm auf den Punkt!

So wichtig sind die Schlagwörter

Der Textaufbau. Der Hypertextaufbau

Es ist keine Pyramide. Mein neues Modell des Hypertextaufbaus

Die Hyperlinks

So setzt man Links

Absätze und Zwischenüberschriften

6 „Keep it simple and short“

Mein journalistischer Werkzeugkasten online (Online-Stilformen)

Newsticker. Live-Ticker

Was hätte der legendäre Reporter Egon Erwin Kisch getickert?

Die Welt mit dem eigenen Smartphone informieren

Gut für die Redaktion – Kommentarfunktion und Diskussion

Die Meldung

Der Bericht

Das Interview

Glosse und Kolumne

Kommentar. Pro und Contra

Bildergalerie

Zeitleisten

Die Slide-Show

Listen/Rankings. Listicles

Chat. Umfrage. Online-Abstimmung

Datenjournalismus

7 „One story all media“

Multimedia

Experiment: Warum unser Gehirn Multitasking gar nicht beherrscht

Denke wie ein Ingenieur

Die Geschichte vom Stuhl, der vom Himmel fiel

Selbstversuch. Meine Ausrüstung als mobiler Reporter

Crossmedia. Das Storyboard

Gestrichen: Print to online

Text

Fotografieren

Grafik

Audio

Video

Mit iMovie mein Video herstellen

8 „Please tell me“

Lagerfeuergeschichten

Erzählung (2): Mein Flug in die Schwerelosigkeit

Storytelling als Reportage

Storytelling als Montage

Storytelling in der Konvergenz

9 „Don’t trust“

Qualitätskriterien für den Online-Journalismus

Herzliche Einladung vom Presserat

Die publizistischen Grundsätze – Der deutsche Pressekodex

Auszüge aus dem Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien

Die Pressefreiheit

Das öffentliche Informationsinteresse

Das Presserecht

Die Persönlichkeitsrechte

Strafgesetzbuch

10 „One brand all media“

Erzählung (3): Schreibmaschine und Dunkelkammer – Meine erste Redaktion

Druckerei, Verlag und Redaktion mitten in der Stadt – Fleet Street als Erinnerungs-Ort der Presse

Der neue Verlag 2.0 als Multimediahaus, in dem die gedruckte Zeitung nicht mehr im Zentrum steht

Die neue Redaktion 2.0 als Multimediaredaktion, in der der Print-Journalismus nicht mehr den Takt vorgibt

„Content is king“: Aus Print-to-online wird Online-to print

„Conversation is the kingdom“: Der Siegeszug des User-generated Content

Das Idealbild vom 360-Grad-Leser ist nicht zu halten

Cover what you do best, link the rest – Huffington Post, buzzfeed und Co.

 11 „Shitstorm happens“

Trolle oder: Das Raunen der anonymen Menge

Zivilisierte Umgangsformen – Die Nettiquette

Mein Ethik-Code für Online-Kommentare

12 „Broadcast yourself“

Was muss ein Journalist können? – Die Poynter-Pyramide. Meine Poynter-Pyramide

Das Braunschweiger Modell der Medienwissenschaften

Eigenmarke versus Privatleben. Selbstausbeutung?

Journalismus als Sucht?

Der Flow. Komm in den Flow

Neue Rollenbilder für Journalisten

Ich bin meine Marke

13 Online-Journalismus in der Praxis – ein Werkstattgespräch mit Tessa Ranzau (Braunschweiger Zeitung)

14 „Blog me like a hurricane“

Bloggen als Tugend. Ein Blogger muss etwas zu sagen haben!

Das persönliche Blog

Das Fach-Blog

Das Watch-Blog

Das Lokalblog

Das halbamtliche Blog

Das Fun-Blog

Meine Arbeit mit WordPress

Plugins im Blog. Hilfe für das suchmaschinenoptimierte Schreiben

15 „What would Google do?“

Suchmaschinen

Wikis und Wikipedia

Zu den Akten gelegte Webseiten aufspüren

RSS. RSS-Feeds

Recherchieren mit Facebook, Twitter und Co.

Social Bookmarking, Social Tagging

Rangliste der Besten. Meine zwölf Gebote für das suchmaschinenoptimierte Schreiben

16 „All business is social“

Social Media/Social Networking

Das Stadtgespräch mit anderen Mitteln

Journalisten werden zu Kuratoren

Facebook – das Prinzip Zuckerberg

Was Facebook für Journalisten bedeutet

Twitter

YouTube

17 „Hyperlocal, local hype“

Meine Lokalredaktion 2.0. Eine Bauanleitung

Meine zehn Regeln für die Online-Lokalredaktion

Wo sonst niemand hinkommt – Journalismus an den Wurzeln

18 Mein Ausblick X.0

Zur Zukunft des Journalismus

19 Von A bis Z – Mein Online-Journalismus-Glossar. Die sachsystematische Dimension des Online-Journalismus

 

20 Mein Kompass – So wirst Du Journalist

Studiengänge

Journalistenschulen

 

21 Was wir zusammen tun können

 

22 Meine Online-Journalismus-Handbibliothek

 

23 Blogs, Blogs, Blogs – Hilfreiche und lesenswerte Blogs und Internet-Anschriften

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